Disziplinarrecht

In vielen Rechtsverhältnissen begegnet man direkt oder indirekt Regelungen, die unterhalb des strafrechtlichen Bereichs eine Ahndung von Verstößen gegen interne Vorschriften und Regelungen einer Institution oder Organisation vorsehen, Disziplinarmaßnahmen. Teilweise begegnen sie uns in direkten Disziplinargesetzen wie z.B. im Beamtenverhältnis  oder auch in Berufsordnungen z.B. bei Ärzten und Rechtsanwälten. Disziplinarische Regelungen begegnen uns aber auch im Sport oder bei sogenannten Vereinsstrafen wie z.B. Ämtersperre oder Amtsenthebungen, oder in der Schule beim Verweis .

So wie uns in vielen Bereichen disziplinarische Regelungen begegnen, begegnen uns oft auch Autoritäten, die diese unrichtig anwenden. Häufig wird z.B. verkannt und völlig außer Acht gelassen, dass disziplinarische Regelungen nicht nur das Ziel haben, vergangene Regelverstöße zu sanktionieren, also zu strafen, sondern dass sie auch und sogar vordringlich dazu dienen sollen, zur zukünftigen Einhaltung der Regeln anzuhalten. Häufig wird diese Zielrichtung nicht beachtet oder aus dem Auge verloren. Hier ist es dann Aufgabe des Rechtsanwalts, die Verteidigung des Betroffenen zu sichern. In vielen Fällen lassen sich dann durchaus Disziplinarmaßnahmen vermeiden oder zumindest zurückführen oder abmildern.